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Hitzeschutz – ein Thema, das uns alle betrifft

Die Landesseniorenvertretung NRW (LSV NRW) hat am 29. Juli 2026 die folgende Pressemitteilung veröffentlicht. Wir dokumentieren sie hier, weil das Thema Hitzeschutz für ältere Menschen und für die kommunale Politik unmittelbar relevant ist.

Pressemitteilung der Landesseniorenvertretung NRW (LSV NRW), 29. Juli 2026

Hitzeschutz vor Ort: Städte und Gemeinden und wir alle müssen konsequent handeln

Angesichts zunehmender Hitzeperioden wächst der Handlungsdruck auf die Kommunen. Fachleute fordern mehr Grünflächen, weniger Versiegelungen sowie verbindliche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Dafür müssen die Kommunen auch mit ausreichenden Finanzmitteln versehen werden und wir alle müssen uns der Hitze anpassen, betont die Landesseniorenvertretung NRW (LSV NRW).

Seit dem Jahr 2003 hat sich die Wahrscheinlichkeit für extreme Hitzetage verzehnfacht. Karl-Josef Büscher, der Vorsitzende der LSV: „Immer wieder hören wir dennoch den Satz ‚Früher war es auch heiß‘. Aber Temperaturen über 40 Grad, so oft und langanhaltend – das gab es in der Vergangenheit nicht.“

Wie gehen wir nun damit um? Sicher müssen die Menschen sich an die Hitze anpassen. Maßnahmen dazu sind bekannt, nicht zuletzt auch, weil viele Seniorenvertretungen vor Ort dazu vorbildlich und präventiv informieren. „Machen Sie bitte so weiter!“, unterstützt der Vorstand der LSV NRW seine Mitglieder auf diesem guten Weg, die Menschen mit den notwendigen Maßnahmen wie etwa Hitzetelefone und vieles mehr zu erreichen. Wichtig ist und bleibt, so banal es klingen mag, ausreichend zu trinken und möglichst kühle Orte aufzusuchen. Konkrete Handlungshinweise und umfassende Informationen auch für Multiplikatoren, wie es die kommunalen Seniorenvertretungen sind, finden sich auf der Website des Landesamtes für Gesundheit und Arbeitsschutz.

Allerdings haben Anpassungen ihre Grenzen, denn Körper und Gehirn sind letztlich nicht für diese Hitze gemacht. Besonders deutlich wird das bei Kindern, bei kranken, alten und pflegebedürftigen Menschen. Die Verantwortung für einen wirksamen Hitzeschutz liegt vor allem bei den Städten und Gemeinden, obwohl Bund und Länder bereits verschiedene Strategien und Förderprogramme auf den Weg gebracht haben.

Im Mittelpunkt müssen Maßnahmen stehen, die die Gesundheit schützen und die Aufenthaltsqualität verbessern. Dazu gehören die Entsiegelung von Flächen, die Pflanzung zusätzlicher Bäume, der Erhalt bestehender Grünflächen sowie die Schaffung von schattigen Aufenthaltsbereichen. Begrünte Dächer und Fassaden sowie klimaangepasste Stadtquartiere können die Aufheizung der Innenstädte deutlich reduzieren.

Besonders wichtig ist der Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen, insbesondere älterer und pflegebedürftiger Menschen sowie von Kindern. Bei der letzten Hitzewelle wurde es deutlich: Die Situation in Pflegeeinrichtungen und in Krankenhäusern ist zum Teil dramatisch. Hierzu sind Maßnahmen in der Planung und in Umsetzung.

Viele Kommunen entwickeln bereits Hitzeaktionspläne oder setzen bestehende Konzepte um. Kommunale Seniorenvertretungen beteiligen sich auch hier schon vielfach aktiv. Häufig fehlen vor Ort aber noch immer öffentliche Trinkwasserangebote und dazu Toiletten, kühle und kühlende Aufenthaltsorte, Frühwarnsysteme sowie gezielte Informationsangebote für Pflegeeinrichtungen, Kitas und Gesundheitseinrichtungen.

Als größte Hindernisse werden in der Diskussion neben noch mangelnder Verhaltensprävention fehlende finanzielle Mittel, unklare Zuständigkeiten und mangelnde verbindliche Vorgaben für die konsequente Umsetzung des Hitzeschutzes genannt. Dabei ist Klimaanpassung eine zentrale kommunale Zukunftsaufgabe: Investitionen in Stadtgrün, Wasserflächen und klimaresiliente Infrastruktur erhöhen langfristig auch die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden. Auch für die Wirtschaft sind sie unabdingbar.

Der letzten Hitzewelle fielen laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 5.100 Menschen in Deutschland, davon in Nordrhein-Westfalen über 1.200 Menschen, zum Opfer. „Ein nationaler Hitzeschutzplan würde mehr konkrete und notwendige Unterstützungen der Kommunen ermöglichen. Wenn die Gemeinschaftsaufgabe ‚Hitzeschutz‘ eine Änderung des Grundgesetzes erforderlich macht, ist dem zuzustimmen“, so Karl-Josef Büscher.

Aktuell wie künftig gilt: Wir müssen uns anpassen, aufeinander aufpassen und alle müssen die Hitze als echte Gefährdung wahrnehmen und dagegen wirken, am besten gemeinsam.

Karl-Josef Büscher, Vorsitzender der Landesseniorenvertretung NRW

→ Original-Pressemitteilung vom 29.07.2026 auf lsv-nrw.de

Einordnung der GRÜNE ALTE LANDESVEREINIGUNG NRW

Wir als GRÜNE ALTE LANDESVEREINIGUNG NRW entsenden als Vertreter der Partei ein Mitglied in die LAGSO NRW (Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher politischer Seniorenorganisationen), in der auch die Landesseniorenvertretung NRW vertreten ist. Die Forderungen der LSV NRW richten sich an Land und Kommunen und damit an genau an die Ebenen, auf denen grüne Fraktionen im Landtag und in den Gemeinden politisch handeln und Einfluß nehmen können.